Manuela de Buhr   

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Was bleibt übrig?

Gepostet am 10. Juni 2016 um 6:45

Was bleibt übrig??

Was bleibt übrig von mir. Was bleibt wenn ich all das, was mich in meinem bisherigen Leben ausgemacht hat, einfach mal wegnehme.

Meine Kinder sind groß, erwachsen, gehen ihren eigenen Weg.

Meine Arbeit. Wenn ich meine Arbeit wegnehme aus meinem Leben, ist ein großer Teil mit dem ich meine Zeit verbracht habe, der größte Teil des Tages plötzlich leer.

Wenn ich nun noch meinen Partner wegnehme. Der Mensch, mit dem ich so viel teile. Mein ganzes Leben.

Was bleibt denn da noch von mir übrig????

Was bin ich dann noch???

Ich bin ich, klar. Ich bin die gleiche wie da, als noch alles andere an seinem Platz in meinem Leben war. Aber was ist das denn tatsächlich in seiner puren Existenz, was mich ausmacht? Was bin ich? Wer bin ich? Was macht mich einzigartig in meinem Leben? Was macht mich einzigartig für andere Menschen? Ich bin unersetzbar. Bin ich unersetzbar?

In vielen Dingen bin ich sicherlich ersetzbar. Im Job zum Beispiel. Viele könnten meinen Arbeitsplatz ausfüllen und erfüllen. Meinen Job tun.

Für meine Kinder bin ich natürlich einzigartig. Eine Mutter ist einzigartig. Jede Mutter für ihr Kind.

Aber was ist mit meinem Partner? Was fehlt ihm wenn ich weg bin? Mir fallen da tausend Dinge ein. Dinge, die er an mir schätzt, liebt.

Aber was ist bei mir, in mir übrig, wenn ich all diese wichtigen Bausteine aus meinem Leben entferne. Was ist dann übrig von mir?

Was macht mich so einzigartig, wie uns im spirituellen immer gesagt wird. Jede Seele ist einzigartig. Aber ist das auch jeder Seele bewusst? Naja, vielleicht ist dies dem Menschen bekannt. Aber weiß er auch um seine eigene Einzigartigkeit? Die, die er für sich darstellt. In seinem eigenen Leben. Nicht für andere, sondern für sich selbst. Kann er diese Einzigartigkeit tatsächlich erkennen? Für sich selbst? Kann er sich selbst erkennen? Ich denke es ist vielen gar nicht möglich, sich selbst in voller Gänze zu erkennen. Zu erkennen in der Größe und Wichtigkeit für unser eigenes Leben. Oft definieren wir uns über die Wichtigkeit für andere. Für unseren Job. Für unsere Kinder oder unseren Partner. Aber dies ist die Definition im Außen suchen.

Ich aber rede jetzt von der Definition im Innen. Dem Sein im Innen. Meiner Wichtigkeit für mich und mein Leben. Bin ich wichtig in meinem Leben. Natürlich, ich bin schließlich die Hauptdarstellerin. Leider agiert man viel zu oft nach der Erwartungshaltung anderer. Oder dies ist falsch formuliert. Man agiert oft so, wie man denkt, dass die Erwartungshaltung anderer an uns aussieht. Man setzt sich selbst unter Druck mit dieser Erwartungs-Erwartung.

Wenn man mal ganz weg geht von dem was man denkt, das andere von uns erwarten. Wo tun wir denn das, was wir tatsächlich mit Herz und Seele tun? Können wir das überhaupt? Fällt es uns nicht manchmal schwer, einfach nichts zu tun? Stellen wir uns vor, wir haben jetzt 6 Stunden Zeit. Und wir dürfen in diesen 6 Stunden nichts tun, das mit Haushalt zu tun hat. Nicht Freunde anrufen. Sondern wir kümmern uns nur um uns. Wie sieht das sich kümmern um uns überhaupt aus? Verstehen wir darunter nur noch, uns die Nägel hübsch zu machen? Hören wir ein schönes Album? Schauen wir uns alte Fotos an? Liegen wir einfach mal rum auf der Couch und starren Löcher in die Luft und lassen unsere Gedanken fliegen? Dorthin, wo sie einfach hindriften… ohne an den Einkaufszettel zu denken oder dass wir jetzt eigentlich noch dies oder das tun könnten.

Das alles fällt vielen Menschen wirklich schwer, da sehr wenige wirklich wissen, wie sie sich um sich selbst kümmern können. Was sie wirklich brauchen und worüber sie sich freuen würden. Damit ist keine neue Handtasche oder ein Paar Schuhe gemeint.

Ist es in unserer Gesellschaft überhaupt schicklich, sich um sich selbst zu kümmern? Ist man dann in den Augen der Anderen ein Egomane? Kann man damit überhaupt umgehen, wenn die Menschen in unserem Umfeld von uns denken wir seien egoistisch und selbstherrlich? Vielen von uns ist es überhaupt nicht egal, was die Anderen von uns denken. Wir möchten geliebt werden. Wir möchten angenommen und akzeptiert werden. Leider werden wir oft nur dafür angenommen und akzeptiert, was wir für diese Menschen tun, dass wir ihnen und Anderen gegenüber lieb, nett, aufmerksam und hilfsbereit sind. Unsere eigenen Bedürfnisse stellen wir zu oft hinten an. Wenn nicht sogar grundsätzlich.

Für Menschen, die nicht in der spirituellen Welt zu Hause sind, zucken beim Wort Selbstliebe oft zusammen, verbinden sie damit doch eben Egoismus und Selbstverliebtheit.

Wie würden die Menschen reagieren, wenn ich auf die Frage, wie es mir geht sagen würde „Prima, ich liebe mich heute wieder ganz doll weil ich so ein toller herzensguter und lieber Mensch bin“. Vielleicht sollten wir das einfach einmal ausprobieren.

Wir müssen uns viel mehr bewusst werden, wie wichtig es ist, unser Verhalten wieder mehr nach uns und unseren Bedürfnissen auszurichten und natürlich dies auch umsetzen. Nein sagen zu Anderen, wenn in mir drin alles ein Nein schreit. Und ja sagen, wenn in mir drin ein großes Ja klingt.

Kommen wir darüber, dass wir erkennen was gut für uns ist wieder da hin, dass wir erkennen wer wir wirklich sind und was uns ausmacht?

Wie erkenne ich denn was mich ausmacht? Wie erkenne ich meinen Ursprung. Meine Essenz. Meinen wahren Kern. Diesen göttlichen Funken in mir. Wie erkenne ich meine Wahrheit? Meine Größe? Meine Macht?

Vielleicht über den Weg, sich Zeit für sich selbst zu nehmen ohne zu wissen wofür jetzt eigentlich. Was soll man nun tun in dieser Zeit für sich selbst, mit sich selbst? Etwas das mich glücklich macht – aber was ist das? Vielleicht sollten wir alles Mögliche ausprobieren um das zu finden, für das unser Herz höher schlägt. Oder vielleicht sich selbst einfach in die Stille versenken und warten? Worauf? Keine Ahnung. Aber wenn wir nur lang genug suchen oder formulieren wir das mal anders, wenn wir uns nur lang genug um uns selbst kümmern, wird es immer einfacher für uns da zu sein und uns um uns zu kümmern. Und dabei werden wir Seiten entdecken, Schätze heben und Fähigkeiten finden, die im Alltag unter Erwartungen und Pflichtgefühl verborgen waren.

 

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